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Melaten, melancholische Friedhofsromantik

Melaten ist der älteste Friedhof von Köln. Liest man sich die Historie durch, im Grunde eine Gruselstätte. Urpsrünglich ein Aussiedlerhof für Aussätzige und Leprakranke, dann Ort für öffentliche Hinrichtungen von Hexen sowie Straftätern. Später Bestattungsstätte reicher Kölner Bürger. Ein Ort an dem Geschichte nicht mehr ganz sichtbar, aber erahnbar ist. Reich an Skulpturen inmitten wildwuchernder Efeuranken zwischem herbstlichen Gelb alter Bäume. Unser Rundgang wurde begleitet vom ersten Novembernebel, passend zum Ort, passend zum Tag. Diese herbstliche Stimmung, so symbolhaft für Vergänglichkeit, habe ich versucht in meinen Bildern einzufangen. Nicht immer ganz einfach, aber einen Versuch wert.

Motive in der Fläche binden

Schönes Wetter, Feld und Wiesen vor der Tür, da muss die Kamera schon einmal mit. Dann gibt es noch so Tage, da hat man einen bestimmten Blick, nur ein Objektiv. Lust und Muse zur schnellen Nachbearbeitung. Herauskommt dabei so etwas wie diese Galerie. Die Bilder sind durchweg, durch das leichte Makro zu flächigen Kompositionen geraten, mal mit Schwerpunkt auf Farbe, mal auf Form und manchmal auch nur auf den Strukturen. Zum größeren Anschauen einfach die Bilder klicken.

Licht in Schwarz-Weiß

Eine kleine Wochenübung in Schwarz-weiß-Fotografie.
(Bilder zum Thema sind weiter unten zu sehen)
Die Anregung kam von Luiza. Danke dafür.

Bedingung:
Das Motiv muss pflanzlicher Natur sein.

“Toll”, denke ich beim Lesen, schon wieder Blümchen fotografieren und will das Thema schon ad acta legen. Schwarz-Weiß reizt mich aber doch und schnell muss ich einsehen, dass ich falsch liege. Die farbige Stimulanz einer grünen Umgebung, ist bei der Bildbetrachtung, ein von mir eindeutig unterschätzter Faktor. Gut, denke ich, gehen wir das Thema an und krame mein Schulwissen hervor:

Schwarz-weiß wirkt unterstützend bei Strukturen. Im Gegenlicht mit Unterbelichtung fotografieren ergibt oft ein Schwarz-weiß, das keiner Bearbeitung mehr Bedarf. Das Spiel mit Licht und Schatten ist in Schwarz-weiß-Fotografien wirkungsvoller als in Farbaufnahmen.

Fein, soweit die theoretische Vorstellung. Die Sonne scheint, bestes Morgenlicht, nichts wie raus. Mit Kamera und Makro-Objektiv ausgerüstet geht es auf Motivsuche in den Garten und die nähere Umgebung. Während ich auf dem Rasen über Gänseblümchen gebeugt knie, hat auch die Familie Gelegenheit zu netten Schnappschüssen. Fotografen nehmen manchmal die unmöglichsten Haltungen ein. Unglaublich. Ich bin da keine Ausnahme. Hier ein Blatt im Morgentau, dort eine interessante Pflanzenstruktur und dann weiter, ab ins Feld. Es ist wie beim Blumenpflücken, weiter weg stehen immer noch schönere. Danach zum zurück zum PC, Bilder laden, durchsehen und aussortieren. Die Endergebnisse entsprechen ungefähr der Vorstellung, die ich im Kopf hatte. Am meisten ärgere ich mich über einen falsch gesetzten Focus. Am besten gefallen mir die Aufnahmen, in denen Licht und Schatten spielerisch die Gestaltung beherrschen. Sie wirken so leicht und manchmal etwas geheimnisvoll. Die ganz großen Nahaufnahmen habe ich verworfen. Entfärbt man Pflanzenmakros, werden sie zu reinen Abstracta, auf denen das Motiv völlig unkenntlich ist. “Zu künstlerisch”, ist das Feedback, damit können viele Leute nichts anfangen. Stimmt. Vielleicht lässt sich daraus aber ein weiteres Thema machen. Mal sehen.
Fazit: Themenfotografie macht Spaß und ist lehrreich. Gerne wieder.

Meine Fundstücke: