suchen

@font-face oder typographische Wüste Internet

Die Designergemeinde lechzt schon seit Beginn des Internets danach, Schriftarten einsetzen zu können, einfach frei Schnauze oder nach typographischem Empfinden, wie vom “Print” her gewohnt. Das ging bisher nur schwierig, das Internet beschränkte typographische Gestaltungsfreiheit auf die Alltagsschriften, die auf jedem Rechner garantiert zu finden sind. Was nutzt ein Entwurf in exotisch-reizvoller Schrift, wenn er dem Betrachter am Ende nur im Helvetica-Klon Arial vorgeführt werden kann.

Mit CSS3 sollte es soweit sein, die bisher eher vernachlässigte @font-face Auszeichnung soll in den aktuellen Browserversionen von Firefox, Safari, Opera, Chrome in Kombination mit Truetype (Format: ttf) oder Opentype (Format: otf) ausführbar sein. Was hieße die Schriften auf den Server laden, per CSS einbinden und fertig.
Schön einfach. Stopp. So einfach nun doch nicht. Internet Explorer interpretiert die CSS-Auszeichnung @font-face, zwar schon seit Version 4, jedoch nur mit Hilfe eines eigenen Formats, genannt .eot. Spätestens hier ahnt der Designer, dass es nun doch kniffliger wird. Wie erstellt man einen Font im .eot Format? Zur Konvertierung einer Schrift ins .eot Format von Microsoft, gibt es mehrere Möglichkeiten. Als Basis benötigt man einen Truetype-Font. Konvertieren kann man mit Hilfe eines Microsoftprogramms von Anno Tobak: WEFT (nur unter windows), oder eines kleinen Tools genannt: ttf2eot (für unixbasierte Systeme (hallo Mac), oder eines Onlinekonverters, z.B. bei FontSquirrel.  Hat man zum Konvertieren keine .ttf-Ausgangsdatei vorliegen, muss man erst nach .ttf konvertieren und danach die Schriften noch einmal zu .eot Daten umstricken. Das kann man z.B. Fontforge, oder auch online.

Ich habe testweise die Onlinekonverter bevorzugt (Lizenzrechte nicht außer acht lassen.) Es klappt, das Schriftrendering, sieht auf meinem Macscreen sehr gut aus, auf meinen Bildschirmen unter Windows solala. Die beste Überraschung bietet jedoch Internet Explorer 8. War ich fasziniert eine Formatierung gefunden zu haben, die CrossBrowser-fähig ist, stelle ich mit Erstaunen fest: der einzige Browser, der das nicht kann ist der Internet Explorer 8. Was alle seine Vorgänger konnten, kann dieser nun nicht mehr. Zu lesen ist, dass dafür der angekündigte IE9 die @font-face option wieder ausführen soll, dann aber mit Hilfe des .woff Formats. Wann die Version 9 herauskommt, weiß man noch nicht.

Letzte Möglichkeit der freien Schriftwahl und einheitlicher Darstellung in allen Browsern, bieten Programme, die die Überschriften von Websites serverseitig in Flash oder Bilder ins .png Format umrechnen. Das Umsetzen von Überschriften in Bilder hat bekannterweise den Nachteil, dass diese von Suchmaschinen nicht mehr auslesbar sind.
Fazit: Simple is the best. Gut es einmal ausprobiert zu haben.

Einen Kommentar schreiben

*