… oder was unterscheidet Ready-Made-Design-Templates von einem eigens erstellten Design? Was macht ein Theme/Template?
Heute werden Designs separat vom Inhalt und vom Rest der Programmierung einer Website erstellt.
Das heißt ich kann einem System unterschiedliche Formen des Aussehens vorgeben, ich lasse alles wie es ist und wechsle lediglich das optische Kleid. Für WordPress gibt es ein großes Angebot an Themes/Designs. Sie sind oft zum Privatgebrauch for free, für den geschäftlichen Einsatz evtl. gegen Lizenzgebühren zu haben. Professionelle Theme-Entwickler bieten in Clubs, gegen Jahresgebühr, wirklich gute Designs mit hochmoderner Funktionalität zum Download an.
Dass es nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf seine Präsentation ankommt, lässt sich an diesen Beispielen gut aufzeigen. Form vermittelt Inhalt. Kleiden wir einmal meine Inhalte in unterschiedliche Themes, wird deutlich, wie verschieden Design den Inhalt gewichtet:
Wer für seine Seite so etwas sucht, braucht zunächst weder einen Designer noch eine Werbeagentur.
Fertig-Themes sind so geschneidert, dass sie in einer bestimmten Zielgruppe Anwendung finden können. Fotothemes für Fotografen, Businessthemes im (immer noch) modischen Web 2.0 Stil, Designer- bzw. Personal-Blogthemes personalisiert durch Accessoires, die technik-fern sind, siehe Skizzen, Texturen, Kaffeeflecken etc..
Ready-Made-Designs müssen die Eigenschaft besitzen für viele gleichermaßen anwendbar zu sein. Die Krux ist, wenn sie so neutral gehalten sind, begegnet man ihnen online auf vielen unterschiedlichen Websites, und diese sehen alle gleich aus. Der Wiedererkennungswert sinkt gegen null. Die Kehrseite sind Templates, die so aufwendig gestaltet sind, dass sie eindeutig identifizierbar bleiben. Ist man ihnen 3 mal auf verschiedenen Webseiten im Netz begegnet passiert folgendes: hohe Wiederkennung garantiert, aber der “Aha, das kenne ich doch schon”- Effekt bleibt eher negativ als positiv in Erinnerung.
Komplexer werden die Anforderungen an ein Theme immer, wenn Anpassungen gewünscht werden: Es ist ein Logo vorhanden, die Firmenfarben sind anders. In einem guten Design ist meist alles optimal auf einander abgestimmt. Das neu eingesetzte Logo passt stilistisch nicht zum Design aus der Tüte, wirkt wie ein Fremdkörper. Vielleicht würde es besser passen, wenn die Farben, oder die ein oder andere Grafik ausgetauscht werden können. Schon ist man mitten in der Arbeit bei der Theme-Erstellung und genauso oft verdreht man die Knöpfchen solange, bis gar nichts mehr passt. Entweder arbeitet man dann konsequenterweise das ganze Theme durch oder erstellt ein eigenes Layout, das man später umsetzt. Beides ist viel Arbeit, aber am Ende sollte ein passendes Ergebnis stehen, das keine -zigfache Verbreitung im Netz hat. “Oh wir haben ja das gleiche Theme” hat ungefähr denselben Effekt, wie wenn man sich plötzlich auf einer Party seinem eigenen Kleid gegenübersteht. Es gibt Menschen die können darüber lachen, andere finden es eher peinlich. Jeder muss abwägen, was für ihn die richtige Entscheidung ist.