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Lochkamera, ein simples Loch mit großer Wirkung

Wenn ich unterwegs bin, habe ich meine Kamera meistens dabei und seitdem ich das tue sehe ich, dass ich da bei weitem nicht die Einzige bin. Vorgestern ist mir in der Wiesbadener Fußgängerzone jemand mit einer Kamera aufgefallen, die ich bis dato noch nicht kannte. Zuerst dachte ich an Marke Eigenbau, sie sah aus wie eine Plattenkamera aus Holzplatten.

Das hat mich so neugierig gemacht, dass ich einfach nachgefragt habe. Ja die Kamera war eine Spezialanfertigung, eine Camera Obscura oder Lochkamera mit kurzer Brennweite, sprich Filmebene und Lichteinfallsloch lagen nahe beieinander. Oben auf der Kamera ist ein Winkel, der den Aufnahmewinkel der Kamera anzeigt. Die Besonderheit des Modells liegt darin, dass trotz sehr weitem Winkel keine perspektivische Verzeichnung (stürzende Linien) entsteht, wie bei normalen Kameras mit Weitwinkelobjetiven. Dadurch haben Aufnahmen mit dieser Kamera eine ganz besondere Raumwirkung. Nach Belichtungszeiten und Tiefenschärfe habe ich leider nicht mehr fragen können, die Entwicklung der SchwarzweißBilder geschieht von Hand. Und es wird eine Ausstellung geben mit diesen Bildern, die in Wiesbaden entstanden sind.

Der Fotograf ist Frank Deubel, die Ausstellung im Wiesbadener Kunsthaus und ich, ich gehe ganz bestimmt hin.

Stockholm, Reise in den kalten Norden im März.

Erster Eindruck von Stockholm, dem Geburtsort Greta Garbos und Ingrid Bergmans. Der Archipel auf dem Stockholm liegt, erstreckt sich 80 km östlich der Stadt, hat 24.000 Inseln, die in der  Ostsee verteilt liegen. Die „Stadt der Brücken“ ist gebaut auf vierzehn Inseln auf dem Mälaren-See  und beieindruckt durch ihren nordischen Charme, jede Menge Historie in der Altstadt und großstädtischen. modernem Hochausstil der City .Von Frankfurt mit dem Flieger sind wir schnell dort Wir kommen im dunkel an, mitten in der Nacht, der Flughafen Arlanda liegt weit außerhalb Stockholms, aber die Airportshuttel  zum Hauptbahnhof fährt auch um Mitternacht.
Unser Hotel ist klein und wie immer in der Nähe des Messegeländes (ich gehöre zum Begleittrupp der Firma Expoamiac Messebau). Unter meinem Fenster liegt Knut (siehe Foto) und weiter hinten steht ein Werk von HP (Hewlett Packard). Wildromantische Gegend aus Gewerbe und privatem Wohnen.

Da bin ich also mal wieder, Nähe Messegelände wildfremde Stadt und 2 Tage Entdecken mit der S-bahn, und zu Fuß. Auf der Fahrt vom Bahnhof zum Hotel habe ich schon gesehen, Stockholm ist sehr groß und hat viel Wasser, liegt wie schon erwähnt 14 Inseln, die über seeehr breite Brücken miteinander verbunden sind. Über diese Brücken fließt der ganze Autoverkehr, geht man als Fußgänger und untendrunter verläuft irgendwo die Tunnelbahn (schwedisch für Metro). Das wichtigste schwedische Wort, das ich gelernt habe heißt demnach auch ta°g gesprochen: tog  und meint Zug.  Kalt ist und die Sonne will nicht scheinen. Am Wasser merke ich, wird es schnell sehr zugig. Schade fürs Fotografieren hätte ich gerne besseres Licht gehabt. Mützen haben Hochsaison bei den Schweden, in allen Farben Mustern und Formen. Schwedinnen ab 40+ tragen mutige und sehr individuelle Mode. Klasse denke ich. Überhaupt scheinen mir die Leute hier sehr unkompliziert, aufgeschlossen und freundlich, nicht besonders reich aber auch nicht bettelarm. Noch besser wäre es natürlich die Sprache zu sprechen, aber mit Englisch geht es auch. Ich nehme mir die Inseln Gamlastan (Altstadt); Djurgarden und die City vor. Auf Gamlastan steht der große Königspalast. Witzig die Wachablösung, mit pickelbehelmten jungen Männern. Wirkt etwas altertümlich, aber sie nehmen ihre Sache sehr ernst. Shopping und Kaffeetrinken oder Essen sind in Gamlastan sehr nett. Ich habe eine indisch angehauchte nordische BoutiquenKette (Indiska) entdeckt, die es bei uns in Deutschland nicht gibt. Schade.  Mein erster Tag geht mit rundgelaufenen Füßen und durchgefroren in Gamlastan zu Ende.  Ich habe mir am nächsten Tag noch Djurgarden angeschaut, leider war es Montag und das Museum für moderne Kunst geschlossen. Die Parkanlagen waren einfach zu winterlich um sie schön zu finden. Ich habe mich auch hier wieder ins Warme geflüchtet zu Smorebrod und heißem Kaffee. Nachmittags war ich im Vasamuseum. Die Vasa selbst ist sehr beeindruckend, diese altes Schiff, wenn auch kein Ruhmesblatt für die schwedische Flotte, die wohl insgesamt nicht so erfolgreich war. Das Museum ist liebevoll um das geborgene und restaurierte Schiff herimgebaut. Es hat Spaß gemacht dort zu fotografieren, was übrigens erlaubt ist. Am nächsten morgen noch ein schneller Abstecher in die City, die mir vom baulichen her garnicht gefallen hat. Riesige Kaufhäuser meist schmucklos gebaut, mit jeder Menge Kaufhausketten aber trotzdem mein Fazit: Ich habe längst nicht alles gesehen,  Stockholm hat trotz City viel Flair, ich würde sehr gerne wiederkommen, aber dann im Sommer.


Indoor Fotografie Session mit Eierlei

Jetzt ist doch der Ehrgeiz mit mir durchgegangen und ich habe die alte Fotoausrüstung rausgeholt um für die Monatsbilder auf Fotolismus Essen zu fotografieren. Den Begriff “Essen” habe ich jetzt eher weitgefasst, da ich kein 3 Sternekoch bin der entsprechend kocht und dekoriert. In der Schlichtheit liegt genug Schönes. Man muss es nur sehen, oder?
Zudem liegt Ostern greifbar nah und so kam ich von Schokopralinés und Schokoeiern zu rohen Eiern und am Ende habe ich geplündert, was die Küche noch hergab.  Fazit: rohe Lebensmittel fotografieren sich leichter als Gekochtes, die Farben sind noch klar und das Material nicht “verkocht” und in sich zusammengefallen. Im weitesten Sinne fällt diese Inszenierung für Fotografie unter das Thema Stillife.

Ei pur

Essbare Versuche

Bei meinem spontanen Shooting bin ich auf mehrere Wege gestoßen das Thema umzusetzen. IIn diesen Bildern geht es mehr um das Objekt selbst, als darum es als appetitliches “Essen” darzustellen.
1. Aufwendige Stillifes brauchen entsprechende Accessoires (nicht alles was man im Haus hat und von dem man denkt es passt, passt nachher wirklich).

2. Je einfacher ein Bildmotiv, desto mehr interessante natürliche Details sind von Belang (Spiel mit Struktur).

3. Verfremdung (siehe Salatblatt) durch ungewohnte Perspektive oder Farbgebung, verleiht dem fotografierten Objekt eine eigene Sprache.

Nächster Schritt wäre eine dieser Möglichkeiten in einer Serie zusammenzufassen.

Christophe Huet / Retoucheur… einfach nur staunen

Christophe Huet

Das ist eine tolle Arbeit, die hier zu sehen ist. Wir sind beim Anschauen völlig in der Betrachtung versunken. Ja es ist commerziell, ja es ist Werbung, aber auf einer Stufe an Professionalität, die so hochentwickelt ist, dass einfach keine Mängel sichtbar sind. Perfekt: die Idee, die fotografische Umsetzung, die Bearbeitung alles harmoniert und ohne Werbebotschaft betrachtet ist jedes Bild für sich ein aussagekräftiges Einzelbild. Für mich macht das oft den Unterschied zwischen “ernannten Kunstwerken” und Auftragsarbeiten aus: die Perfektion.
Diese Arbeiten widerlegen für mich jede puristische Anschauung von Fotografie, Malerei oder Illustration. Wozu ein “nur”? Die ganze Klaviatur an Möglichkeiten zu beherrschen macht den Stil. Wer malt, fotografiert, illustriert und Bilder bearbeitet, warum sollte der auf irgendeine in seinem Bereich liegende Technik verzichten, die er beherrscht? Wozu sich beschränken, wenn man alles zur Verfügung hat?

Natürlich ist die gezeigte Werkshow nicht die Arbeit eines Einzelnen, für solche Konzepte bedarf es eines Teams. Da wird die Bildidee konzipiert, layoutet, Perspektiven und Lichtstimmungen festgelegt, die passenden Fotos geschossen und am Ende alles Bildmaterial zusammengestellt und retuschiert. Was das Können nicht schmälert. Die auf der Website laufende Musik, ist auch von Huet selbst, sie passt wunderbar zu seinen Bildern ich habe sie nicht abgeschaltet.

Christophe Huet

“Mardin Kippenbörger” (Martin Kippenberger)

Nein, kein Schreibfehler nur amerikanische Aussprache in dem untenstehenden Video. Martin Kippenberger war einer der ersten avantgardistischen Künstler, von denen ich hörte und  der mich zusammen mit Albert Oehlen beeindruckte.
Weil seine Arbeiten so frech, frisch, nicht ohne die nötige Schärfe und humorvoll waren.

Vita kippenberger
Aber bitte, lieber selber sehen:

Kunstkritik

Kurznotizen

Fundstück aus der Zeit-online:
Zitat:
“Was ist ein gutes Bild? Die Avantgarde hat sich lange schon erschöpft, die Grenze der Grenzenlosigkeit ist erreicht. Doch die meisten Kritiker scheuen das Urteil. Sie folgen dem Markt und schaden damit den Künstlern und ihren Werken

Es war wohl doch nur ein Gerücht. Lange hatte es geheißen, die moderne Kunst brauche nichts dringender als Kritik. Sie könne nicht sein ohne erklärende Worte, ohne Kommentar und Einschätzung…..” weiterlesen