Nein, kein Schreibfehler nur amerikanische Aussprache in dem untenstehenden Video. Martin Kippenberger war einer der ersten avantgardistischen Künstler, von denen ich hörte und der mich zusammen mit Albert Oehlen beeindruckte.
Weil seine Arbeiten so frech, frisch, nicht ohne die nötige Schärfe und humorvoll waren.
In den Wind geschrieben lautet der Titel einer Zeichnung von Rebecca Horn, die hier bei artnet zu sehen ist. Auf Englisch lautet der Titel: Tango written by the wind, was meine Assoziationen zu diesen Zeichnungen punktgenau trifft. Sie wirken wie flüchtig Dahingehüpftes, Verwehtes, wie Vogelfedern und Spuren. Und obwohl eine Zeichnung an und für sich statisch ist, hatte ich den Eindruck, dass die Aquarell- und Bleistiftspuren jederzeit weggehaucht werden können. Nun muss man wissen, dass das Format einer dieser Zeichnungen an sich schon beeindruckend ist (182 x 150 cm) und weit über ein vorgestelltes DIN A4 hinausgeht. Die Wirkung daher raumgreifend und anrührend. Zeichnungen dieser Art und auch Installationen sind im Wiesbadener Kunstmuseum zu sehen. Als Jawlenski Preisträgerin gehören Rebecca Horns Arbeiten zur Dauerausstellung. Kurzbeschreibung hr-online. Alle Arbeiten auch die technischen Installationen von Rebecca Horn hinterließen bei mir einen mystischen, surrealen Eindruck. Beim Betrachten der mechatronischen Installationen bzw. kinetischen Figuren, fallen mir Erzählungen ein wie: Edgar Allan Poe’s Pendel oder die Nachtigall (mechanisches Spielzeug), Filme wie AI-Künstliche Intelligenz. Kurz alles was sich unter der Thematik der beseelten Maschine zusammenfassen läßt. Der Grund ist das Konzept der Verknüpfung von surrealer Symbolik mit sich mechanisch bewegenden Objekten, die den Arbeiten einen technisch präzisen, kalten etwas gruseligen Flair verleihen.
Die Künstlerin ist 1944 geboren, studierte an der Hochschule der Bildenden Künste in Hamburg, gehört heute zu den international profiliertesten deutschen Künstlerinnen, stellte mehrmals auf der Documenta in Kassel aus, wo sie durch Preise ausgezeichnet wurde, seit 1993 zählt sie zu den Mitglierden der Akademie der Künste (Berlin). Ihre offizielle Websitefür alle die mehr wissen wollen. Ich fand ihre Arbeiten sehr inspirativ und beeindruckend.
Das Ergebnis der Minimalismus Ausstellung war für mich drei Tage herumlaufen mit nachdenklichem Kopf. Bereits beim Durchgehen macht sich Unbehagen breit. Ich selber bin gewohnt mit Farben, Licht und Emotionen nach meiner Vorstellungen zu arbeiten. Der Minimalismus ist jedoch eine Kunstform, die genau das verweigert. Die individuellen Ansätze des Künstlers sollen ganz und gar verschwinden hinter einer Form, einer Linie, einem Gegenstand und dessen Materialien. Der eigentliche Künstler in diesem Zusammenhang ist der Betrachter und dessen Assoziationsvermögen beim Betrachten eines solchen Werkes. Will man von einer Minimalismus Ausstellung etwas haben,braucht man Zeit um sich genau darauf einzustellen, um den eigenen Kopf zu aktivieren und selbst ein kreatives Spiel mit dem Gezeigten zu beginnen. Anspruchsvoll, da eine reine Konsumerhaltung hier nicht funktioniert. Für mich ist der Verzicht auf Farbe schwer. Farbe bringt jedoch eine emotionale Ebene ins Spiel, was eine minimalistische Option konterkariert.
Wer also durch die Wiesbadener Ausstellung schlendert, stelle sich auf Schwarz-Weiß, viel Grafik und “Zeit zum Gucken” ein.
Zu Brice Marden: Bilder von Brice Marden in der Google Bildersuche.
Ich kannte ihn und seine Arbeit kaum, hatte keine Vorstellung von den Hintergründen und der Art wie er arbeitet. Ich kann künstlerische “Arbeit” besser beurteilen, wenn ich mehr weiß. Ein einzelnes Bild genügt mir nicht. Zu einem Künstler und seiner Kunst gehört für mich sein Leben. Deshalb an dieser Stelle ein kleiner virtueller Rundgang mit Hilfe von Links und Videos um das Bild der Ausstellung zu komplettieren. Das malerische Werk ist dort nur angerissen, und seine Komplexität nur zu erahnen. Ich finde seine farbigen Linienwerke auch nur bedingt minimalistisch. Zum einen sind sie durchaus farbig, zum anderen haben sie eine sehr individualistische Linienführung. Im weitesten Sinne einer Handschrift ähnlich.
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